III. Medizinische Klinik (Hämatologie und Onkologie)



Forschung

Zurzeit erleben wir einen Paradigmenwechsel in der Hämatologie/Onkologie. Molekularbiologische Untersuchungen der verschiedenen hämatologischen und onkologischen Neoplasien zeigen, dass bisher als homogen angesehene Leukämie- und Tumorentitäten heterogene Erkrankungen darstellen, die sich genetisch erheblich voneinander unterscheiden. Differentiell aktivierte Onkogene und Tumorsuppressorgene sind für die Biologie und damit den Verlauf und den Therapieerfolg bei diesen Erkrankungen von entscheidender Bedeutung. Während noch vor kurzem große Entitäten wie die akute myeloische Leukämie mit einer einheitlichen Chemotherapie behandelt wurden, findet jetzt eine zunehmende Individualisierung der Therapie statt, die auf der molekularen Pathophysiologie spezifischer Subentitäten beruht. Bei der Entwicklung dieser Therapien sind Phase I/II Studien mit innovativen Substanzen und einem umfangreichen wissenschaftlichen Begleitprogramm zur Erfassung potentieller Bio- und Surrogatmarker von entscheidender Bedeutung. Deshalb haben wir in den letzten Jahren umfassende klinische und wissenschaftliche Konzepte erarbeitet, innerhalb derer molekular definierte Neoplasien in entsprechende Studien mit definierten Substanzen eingebracht werden können. Parallel hierzu haben wir eine kliniknahe Grundlagenforschung etabliert, die in relevanten Tumormodellen potentielle Studienkonzepte evaluiert, innovative Therapietargets identifiziert und Strategien zur Durchbrechung von Resistenzen gegen molekulare Therapien erarbeitet.

Neben innovativen Therapien mit zielgerichteten Medikamenten werden mit großer Wahrscheinlichkeit moderne Transplantationsstrategien an Bedeutung gewinnen. Das Alterslimit  für eine allogene Transplantation hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach oben verschoben und auch viele internistische Begleiterkrankungen stellen keine absolute Kontraindikation mehr für eine allogene Transplantation dar. Daher werden Risiko-adaptierte allogene Transplantationen zukünftig einem immer größeren Kreis von Patienten angeboten werden können. Moderne Transplantationskonzepte innerhalb klinischer Studien sowie die Weiterentwicklung immunologischer Therapieansätze wie zelluläre Immuntherapien bei Leukämien und soliden Tumoren repräsentieren daher ein weiteres, sich sehr dynamisch entwickelndes Feld, welches zukünftig in der Therapie maligner Neoplasien mehr Bedeutung erlangen wird.

Unsere Klinik führt seit vielen Jahren intensive grundlagenorientierte und klinische Forschung in diesen Bereichen durch. Wir sind an mehreren Sonderforschungsbereichen beteiligt,  sowie an bundesweiten Großforschungsprojekten und einer bundesweiten Forschergruppe der Mildred-Scheel-Stiftung. Doktoranden unserer Klinik können in strukturierten MD/PhD oder PhD Programmen promovieren. Wir haben eine Vielzahl von Kollaborationen etabliert mit theoretischen Instituten in Deutschland, Europa und in den USA und auch mit forschungsintensiven pharmazeutischen Firmen weltweit.

Im Bereich Grundlagenforschung werden die Forschergruppen der III. Medizinischen Klinik im Detail vorgestellt.

Im Bereich Klinische Studien finden Sie Informationen zu den derzeit an der III. Medizinischen Klinik laufenden Klinischen Studien, die in Zusammenarbeit mit dem Münchner Studienzentrum und einer Vielzahl an Kooperationspartnern durchgeführt werden.









2010 · III. Medizinische Klinik (Hämatologie / Onkologie) am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München