III. Medizinische Klinik (Hämatologie und Onkologie)



Akute Leukämien

Akute myeloische Leukämien (AML) und akute lymphatische Leukämien (ALL)

Akute Leukämien sind bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, die aus einer entarteten Stammzelle im Knochenmark hervorgehen. Bei der Erkrankung kommt es zur unkontrollierten Vermehrung unreifer Blutzellen (sogenannter leukämischer Blasten) im Knochenmark und dadurch zur Verdrängung der gesunden Blutzellen. Die Folge ist eine Verminderung der gesunden Leukozyten sowie der Thrombozyten und Erythrozyten. Dies führt zur Infektgefahr sowie zu Blutungen und Symptomen der Blutarmut (z.B. Schwindel, Schwäche, Luftnot).

Die Ursache der Entartung sind erworbene genetische Veränderungen in der Stammzelle. Diese Veränderungen sind nicht erblich, sondern treten neu auf. Bei bis zu 75% der Patienten mit AML werden in den malignen Zellen chromosomale Aberrationen nachgewiesen. Diese sind zum Teil für bestimmte morphologische Varianten der AML spezifisch und haben vor allem auch prognostische Bedeutung. Auch bei der ALL sind bestimmte chromosomale Veränderungen bekannt, die für die Prognose eine entscheidende Rolle spielen.

Die Therapie der akuten Leukämien ist eine aus multiplen Blöcken bestehende Chemotherapie. Erstes Ziel ist das Erreichen einer Vollremission, die als eine Reduktion der Blastenzahl im Knochenmark <5% bei normaler Zellularität und Normalisierung des Blutbildes definiert ist. Das Erreichen einer Vollremission nach der Induktion ist Voraussetzung für eine Heilung. Die anschließende Konsolidierungstherapie dient der Aufrechterhaltung der CR. Zur Konsolidierungstherapie zählt auch die allogene Blutstammzelltransplantation. Bei der ALL spielt zusätzlich die Erhaltungstherapie eine wichtige Rolle.

Die Therapie der akuten Leukämien ist sehr komplex und muss zudem das individuelle Risiko des einzelnen Patienten berücksichtigen. Die Therapie sollte daher in dafür spezialisierten Zentren stattfinden. An unserer Klinik werden Patienten vorwiegend innerhalb großer nationaler standardisierter Therapiestudien (z.B. AMLSG) behandelt. Dies ist sowohl in Bezug auf die Qualitätssicherung als auch für die langfristige Verbesserung der Heilungsaussichten für Patienten mit akuter Leukämie von besonders großer Bedeutung. Die allogene Blutstammzelltransplantation ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie für akute Leukämien, die auch an unserer Klinik durchgeführt wird. Für Patienten mit rezidivierter Erkrankung und solche, die für eine klassische Chemotherapie nicht in Frage kommen, stehen außerdem an unserer Klinik auch innovative internationale Phase I und II Studienprotokolle zur Verfügung.


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III. Medizinische Klinik


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Hämatologische Ambulanz
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Transplantations-
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Dr. med. M. Verbeek
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Dr. Katharina Götze

Prof. Dr. Katharina Götze




2010 · III. Medizinische Klinik (Hämatologie / Onkologie) am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München