III. Medizinische Klinik (Hämatologie und Onkologie)



Multiples Myelom (Plasmozytom)

Das multiple Myelom (früher Plasmozytom) ist eine häufige hämatologische Systemerkrankung, die sich im Knochenmark manifestiert. Die Therapie besteht vor allem aus systemischer Chemotherapie, in einigen Fällen sind jedoch auch eine zusätzliche Strahlentherapie, nephrologische Maßnahmen oder orthopädische Eingriffe notwendig. Daher ist für die präzise Diagnostik und die Festlegung des therapeutischen Vorgehens ein erfahrenes Zentrum notwendig.

Die Diagnostik umfasst Untersuchungen des Blutbildes, des Serums, des Urins, des Knochenmarks (Zytologie, Immunphänotypisierung, Histologie und Zytogenetik) und des gesamten Skeletts (Röntgen, Computertomographie).

Eine genaue Diagnostik ist notwendig, um die Stadieneinteilung und Therapieindikation festlegen zu können. Grundsätzlich muss man zwischen einer sog. monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) und einem multiplen Myelom unterscheiden.

Bei einer MGUS oder einem Myelom im Stadium I (nach Salmon und Durie) ist eine Behandlung in der Regel nicht indiziert, regelmäßige Kontrollen sind jedoch angebracht. Über einen Zeitraum von Monaten oder Jahren kann ein MGUS in ein Myelom übergehen.

Die Therapiebedürftigkeit eines Myeloms (Stadium II nach Salmon und Durie mit Therapieindikation) wird anhand der oben aufgeführten Untersuchungen festgelegt. Sowohl die Behandlungsmöglichkeiten als auch die Prognose haben sich in den letzten 15 Jahren enorm verbessert, was auf die Einführung der Hochdosischemotherapie sowie die Verfügbarkeit neuer Medikamente wie Bortezomib (Velcade®), Thalidomid® und Lenalidomid (Revlimid®) zurückzuführen ist. Die „richtige“ Therapie für den einzelnen Myelompatienten richtet sich nach den Merkmalen der Erkrankung (Stadium, Zytogenetik), dem Alter und den individuellen Begleiterkrankungen.

Grundsätzlich sollten jüngere Patienten (< 65 Jahre) eine hochdosierte Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzellrückgabe erhalten. Zuvor wird eine Induktionstherapie und Mobilisierungstherapie durchgeführt, um die Myelomerkrankung zu reduzieren und körpereigene Stammzellen für die anschließende Hochdosistherapie zu gewinnen. In aller Regel werden zwei Hochdosischemotherapien im Abstand von zwei bis drei Monaten durchgeführt. Bei älteren Patienten (> 65 Jahre) steht grundsätzlich ein ähnliches Therapiekonzept mit reduzierter Dosierung zur Verfügung. Alternativ kann aber auch eine konventionelle Chemotherapie ähnlich gute Erfolge erzielen.

Um Verbesserungen in der Therapie auch weiterhin voranzutreiben und neue Therapieoptionen für unsere Patienten zugänglich machen zu können, führen wir die meisten Therapien im Rahmen von kontrollierten klinischen Therapiestudien durch. Die meisten davon werden von der „Deutschen Studiengruppe Multiples Myelom“ (DSMM), einem Zusammenschluss zahlreicher deutscher Kliniken, organisiert.

Wenn Sie sich gerne bei uns vorstellen möchten oder individuelle Auskünfte zu Therapiemöglichkeiten erhalten möchten, können Sie jederzeit einen Termin in unserem Tumortherapie-Zentrum vereinbaren.




Ansprechpartner

III. Medizinische Klnik

Prof. Dr. Florian Bassermann
Tel.: 089/4140-5834
Fax: 089/4140-4879
e-Mail: florian.bassermann
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Sprechstunde Multiples Myelom
Terminvereinbarung
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PD Dr. Florian Bassermann



2010 · III. Medizinische Klinik (Hämatologie / Onkologie) am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München